Résumé des Treffens am 30.05. (Corona-Krise und Soziale Arbeit)

Am 30.05.2020 fand ein offenes Plenum des AKS Berlin statt – den aktuellen Bedingungen geschuldet im öffentlichen Raum, unter Einhaltung der Abstandsregeln und in Rücksprache mit dem Gesundheitsamt. Einige sind dem Aufruf der Einladung gefolgt, haben uns bereits im Vorfeld Berichte aus der Praxis geschickt oder waren beim Plenum anwesend, um mitzudiskutieren. Viele berichteten, dass sich die Zustände in den sozialen Diensten und Einrichtungen verschlechtert haben – neben den schon vorher gegebenen Schwierigkeiten.

Wir haben ein paar Berichte zusammengefasst. Wir würden uns freuen, wenn ihr auch weiterhin eure Erfahrungen aus der Praxis mit uns teilt. Schickt gerne eure Mails an: aks-berlin@posteo.de

Praxisbeispiele_Covid-19_Soz_Arbeit_AKS

Ein weiterer Ausblick: Im Rahmen des Treffens ist die Idee aufgekommen, die Vernetzung mit anderen Aktiven voranzutreiben. Konkret planen wir in diesem Zusammenhang einen Bündnisbrief zu entwerfen und dann zu einem größeren Bündnistreffen – im Rahmen der Möglichkeiten – einzuladen.
Ziel ist, dass wir als kritische Praktiker*innen nicht von den Entwicklungen der nächsten Zeit überrollt werden, sondern uns organisieren und kollektiv handlungsfähig werden. Dieser Aufruf soll aber auch Nutzer*innen sozialarbeiterischer Angebote ansprechen, ebenso Selbstvertreter*innen und Aktivist*innen.

Wir halten euch diesbezüglich auf dem Laufenden. Schickt uns gerne Vorschläge, Ideen, Kritik, etc. an die oben genannte Mailadresse.

Solidarische Grüße,
der AKS Berlin

Schuldenbremse ist Entwicklungsbremse (zur SGB-VIII-Reform)

Das Sozialgesetzbuch VIII ist die Grundlage für die Arbeit in der Kinder-und Jugendhilfe und damit bedeutungsvoll für die Lebensrealität vieler Nutzer*innen und ihre Unterstützer*innen aus der Sozialen Arbeit. Nun startete im letzten Jahr ein neuer Prozess zur Reformierung des Gesetzes, ein breites Beteiligungskonzept lag dem zu Grunde – Ein Beteiligungsprozess, der allerdings von vielen Praktiker*innen der Sozialen Arbeit als undurchsichtig und schwer nachvollziehbar beschrieben wurde.

Das Positive: Es gab in der Vergangenheit und es gibt auch heute immer wieder Prozesse, durch die die Subjektstellung der Adressat*innen in den Fokus gerückt wurde und wird: Beteiligung, Selbstbestimmung und Persönlichkeitsentwicklung und der Abbau von Benachteiligung und Ungerechtigkeiten sollten Maßstab der Arbeit sein – ganz im Sinne der UN-Kinderrechtskonvention (UN-KRK).

Doch eine Politik der Schuldenbremse hat diese hehren Ansprüche bis heute konterkariert. In der jetzigen Situation – und mit dem Fall der „schwarzen Null“ unter der Last der Corona-Krise – möchten wir als AKS Berlin uns positionieren und sagen: ein Zurück zur Normalität von Sparprogrammen, Kostendruck und Unterfinanzierung kann und darf es zukünftig nicht mehr geben.

Wir, der AKS Berlin, unterstützen deswegen die angefügte Stellungnahme von ver.di und hoffen auf eine breite Debatte um eine progressive Weiterentwicklung des SGB VIII. Wir möchten in diesem Kontext auch auf die „Heimkampagne 3.0“ des AKS Hamburg aufmerksam machen – denn auch die Zunahme von strafenden Praktiken und die wachsenden Zahlen von geschlossenen Unterbringungen stellen in diesem Kontext ein Problem dar – verhindern sie doch ebenso die konsequente Umsetzung der UN-KRK.

Hier findet ihr die Broschüre von verdi zum freien Download: „Mehr braucht mehr – verdi Positionen zur SGB-VIII-Reform“

Mehr zur „Heimkampagne 3.0“ des AKS Hamburg:

1.) Der aktuelle Band (2020) „Dressur zur Mündigkeit? Über die Verletzung von Kinderrechten in der Heimerziehung“.

2.) Ein Artikel von Timm Kunstreich aus dem Jahr 2018.

Offenes Plenum im öffentlichen Raum (30.05.)

Liebe Mitstreiter*innen und Interessierte,

die Corona-Krise und die vielfältigen Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie hatten und haben vielfältige Auswirkungen auf die Soziale Arbeit und auf die Lebensrealität von Nutzer*innen, deren gesamtes Ausmaß derzeit wohl noch kaum zu ermessen ist.

Als AKS Berlin wollen wir uns mit euch austauschen. Gemeinsam werden wir versuchen uns einen Überblick über aktuelle Problemfragen der Sozialen Arbeit zu verschaffen. Einige von euch haben auf unseren Aufruf reagiert und uns Berichte darüber zugesendet wie es zur Zeit in der sozialarbeiterischen Praxis aussieht. Auf Basis dieser „Blitzlichter“ und eurer/ unserer eigenen Praxiserfahrungen wollen wir mit euch in den Austausch kommen und reflektieren:

– Wie ist die Lage? Warum ist sie so? Und was können wir gemeinsam tun?

Oder auch:

– Was heißt eigentlich ‘‘systemrelevant‘‘? Wofür, für wen und warum ist die Soziale Arbeit relevant?

In diesem Sinne lädt der AKS Berlin am 30.05. zum offenen Plenum ein. Um die größtmögliche Sicherheit zu gewährleisten, wird das Treffen im öffentlichen Raum und unter Einhaltung der geltenden Abstandsregelungen stattfinden. In Anbetracht der Verantwortung, die wir als Sozialarbeitende in der jetzigen Situation auch für die Gesundheit von Nutzer*innen tragen, bitten wir euch diesen Hinweis ernstzunehmen. Bitte kündigt eure Teilnahme mit einer kurzen Mail an aks-berlin@posteo.de an.

Wir treffen uns am Samstag, den 30.05.20 um 18.00 Uhr im Volkspark Rehberge vor dem Freiluftkino Rehberge.

Wir freuen uns darauf, euch kennenzulernen bzw. wiederzusehen!

Solidarische Grüße,
AKS Berlin

Stellungnahme des AKS Berlin zum Bundesteilhabegesetz

Liebe Mitstreiter*innen und Interessierte,

bevor die Corona-Krise kam und alles durcheinander gewirbelt hat, beschäftigte sich der Berliner AKS mit dem Bundesteilhabegesetz. Dabei ist diese Stellungnahme entstanden, die wir gerne mit euch teilen möchten.

Stellungnahme_Bundesteilhabegesetz(AKS_Berlin) (PDF Download)

Das Thema Teilhabe scheint derzeit wie vom Tisch gefegt. Stattdessen wird darüber diskutiert, ob sogenannte Risikogruppen „isoliert“ werden sollten und medizinische Fachgesellschaften veröffentlichen einen Leitfaden, der u.U. viele Menschen mit Behinderung bei „Ressourcenknappheit“ (z.B. zu wenig Beatmungsgeräte) aufgrund von diskriminierenden Kriterien von medizinischen Hilfeleistungen ausschließt.

Gleichzeitig stellt sich die Frage, welche Auswirkungen die sich ankündigenden ökonomischen Folgen der Krise auf die Soziale Arbeit und die Lebensrealität der Nutzer*innen haben werden. Umso relevanter wird es auch sein das Bundesteilhabegesetz im Blick zu behalten, wird hier doch immer wieder von einer „Bremsung der Kostendynamik in der Eingliederungshilfe“ gesprochen.

Gerade jetzt, und nach der Krise, braucht es aber ein Teilhabegesetz, das die gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Behinderung und eine menschenwürdige Lebensgestaltung nach eigenem Vorstellungen in den Fokus rückt – und nicht die etwaige Kostendynamik.

Solidarische Grüße,
AKS Berlin

P.S.: Wir sammeln weiterhin eure Praxisbeispiele zu aktuellen Entwicklungen in der Corona-Krise. Zudem möchten wir euch auf eine lesenswerte Stellungnahme des AKS München hinweisen.

Corona-Krise und Soziale Arbeit // Call 4 Participation

Liebe Mitstreiter*innen,

leider ist es aufgrund der aktuellen Situation nicht möglich zu sagen, wann wieder ein Plenum des AKS Berlin stattfinden wird. Trotzdem wollen wir Euch gerne zur Mitarbeit aufrufen:

Wir wollen Informationen darüber zusammentragen, wie sich die Corona-Krise auf Eure Arbeitsbedingungen und die Lebensrealität von Nutzer*innen derzeit auswirkt. Unser Ziel ist, einen Überblick über die Auswirkungen auf die verschiedenen Praxisbereiche der Sozialen Arbeit zu bekommen – egal ob Kinder- und Jugendhilfe oder Eingliederungshilfe oder…

Die Anforderungen an die Soziale Arbeit waren bereits vor der jetzigen Krise enorm und brachten Praktiker*innen an Grenzen. Wir gehen davon aus, dass die Corona-Krise diese alltägliche Krise weiter zuspitzt bzw. zuspitzen wird. Für eine genauere Bestandsaufnahme rufen deswegen Sozialarbeitende und Nutzer*innen dazu auf, uns Eindrücke aus ihrer Berufspraxis per Mail zuzuschicken: aks-berlin@posteo.de

Im nächsten offenen Plenum wollen wir Eurer Material bzw. Eure Erfahrungen – anonymisiert – diskutieren. Wenn Ihr uns Euer Einverständnis gebt, würden wir einzelne Aussagen auf unserer Homepage veröffentlichen (ebenfalls anonymisiert).

Folgende Fragen könntet Ihr z.B. in eurer Mail beantworten:

  • Welche Maßnahmen wurde von Trägerseite getroffen? Wurde schnell reagiert?
  • Wie wurde die Veränderungen mit den Nutzer*innen (bzw. mit Euch) diskutiert? Wurden sie (bzw. Sie) einbezogen und wurde die Situation und die Krise verständlich gemacht?
  • Haben sich bestehende Probleme (z.B. zwischen Betriebsrat und Geschäftsführung oder zwischen Mitarbeiter*innen und Nutzer*innen) zugespitzt?
  • Welche Mängel wurden in der Krise noch deutlicher als sonst?

Wir wollen einen Eindruck gewinnen, welche Auswirkungen die derzeitige historisch einzigartige Situation auf die Soziale Arbeit hat und ob – und wenn ja, welche – Lehren aus ihr gezogen werden können. Evtl. lassen sich aus den Beiträgen auch Forderungen ableiten, die an zuständige Stellen gerichtet werden könnten (ähnlich wie bei der „Jugendhilfe Reklamat!on“-Kampagne des DBSH).

Lasst uns die Chance in der Krise nutzen und für positive Veränderungen streiten, die über die Zeit der Pandemie hinauswirken. Wir würden uns über Eure Mitarbeit oder Unterstützung freuen.

Vielen Dank für Euer Interesse und bleibt gesund!

AKS Berlin

ACHTUNG: Ausfall der Termine im März!

Liebe Interessierte und Mitstreiter*innen,

der DBSH hat sich aufgrund der aktuellen Pandemie dazu entschlossen, den Internationalen Tag der Sozialen Arbeit am Dienstag den 17.03. abzusagen. Eine ausführliche Stellungnahme des DBSH findet ihr hier.

Auch wir haben uns entschlossen, unser Plenum am Montag den 16.03. abzusagen. Dabei teilen wir die Einschätzung des DBSH zum Schutz von Nutzer*innen und zum Erhalt der Handlungsfähigkeit der Profession, die durch Maßnahmen wie eine häusliche Quarantäne vorübergehend verloren ginge. Wir hoffen auf euer Verständnis.

Solidarische Grüße vom AKS Berlin

Termine im März (16.03. und 17.03.)

Liebe Interessierte und Mitstreiter*innen,

Am Dienstag den 17.03. wird der AKS Berlin sich auf einer Abendveranstaltung des DBSH anlässlich des Internationalen Tag der Sozialen Arbeit vorstellen. Mehr Informationen findet Ihr hier.

Einen Tag vorher, am Montag den 16.03., findet unser Plenum statt. Thematisch gibt es bisher einige Schwerpunkte:

– Präsentation des AKS Berlin beim Internationalen Tag der Sozialen Arbeit (Besprechung, Planung)

– Stellungnahme zum Bundesteilhabegesetz (BTHG)

– Aktueller Stand zum Handlungsleitfaden

unser nächstes Plenum findet am Montag den 16.03. statt. Wir treffen uns um 18.30 Uhr im Café der Kulturfabrik in Moabit (Lehrter Straße 35, 10557 Berlin).

Wir freuen uns darauf Sie/ Dich/ Euch kennenzulernen bzw. wiederzusehen!

Plenum am 21.01., 18 Uhr in Moabit

Liebe Interessierte und Mitstreiter*innen,

wir laden zum ersten Plenum im Jahr 2020 ein.
Thematisch werden wir uns der überarbeiteten Fassung des Handlungsleitfadens zuwenden. Da dieser langsam eine konkrete Form annimmt, sollen auch Fragen zur grafischen
Gestaltung, zum Layout und zur Verbreitung geklärt werden. Weiterhin planen wir nochmals zum Thema Bundesteilhabegesetz zu diskutieren. Hierzu schlagen wir vor, die Frage der Partizipation von Nutzer*innen in den Fokus zu stellen (siehe Plenumseinladung zum 26.11.).
Gerne könnt ihr auch Themen mitbringen, die ihr diskutieren wollt.

Wir freuen uns auf Euch!
AKS-Berlin

AKS Plenum
Di 21.01. um 18 Uhr
im Eckladen Bugenhagenstr. 16/ Bredowstr. 8, 10551 Berlin (U Turmstr.)

Plenum am 21.05., 18.30 in Moabit

Liebe Interessierte und Mitstreiter*innen,
wir möchten Euch herzlich zum nächsten Plenum am Dienstag 21.5. um 18.30 Uhr in Moabit einladen.
Thematisch wollen wir uns austauschen über die aktuellen Entwicklungen im Zuge des Bundesteilhabegesetz einerseits und zudem darüber, welche Bedingungen erforderlich sind damit Partizipation von Nutzer*innen in der Praxis/ in institutionellen Begleitkontexten ernsthaft gelingen kann und nicht nur zur Phrase, zum bloßen Label firmiert.
Wird alles so bleiben wie bisher, oder wird sich die Lage von Nutzer*innen unter bürokratischem Ballast noch weiter verschlechtern? Eröffnet das Bundesteilhabegesetz progressive Handlungsspielräume für Nutzer*innen und Sozialarbeitende um im Rahmen der ICF auch strukturelle Barrieren (Kontext-/ Umweltfaktoren) als Gegenstand von Praxis auf Grundlage einer berufsethischen Verpflichtung in den Blick zu nehmen? Schafft es das Bundesteilhabegesetz den von der UN-Behindertenrechtskonvention geforderten ‚Paradigmenwechsel‘ angemessen vorzubereiten bzw. umzusetzen?
Ob BTHG oder nicht, Partizipation von Nutzer*innen gewinnt aber gerade durch das BTHG an Relevenz für die Sozialarbeitslandschaft. Wir wollen daher danach fragen, welchen Stellenwert die Partizipation von Nutzer*innen gegenwärtig in der Praxis Sozialer Arbeit einnimmt, perspektivisch einnehmen soll und welche – insb. institutionellen – Bedingungen eigentlich erforderlich wären, damit Partizipation von Nutzer*innen gelingen kann.

AKS-Plenum im Mai
Dienstag, 21.5.2019 – 18.30 Uhr
Eckladen Jagowstr. 25/ Alt-Moabit 76, 10555 Berlin